Wie kommen wir weiter, was braucht der Landwirt?
Bei der heutigen unübersichtlichen Vielfalt an „Pauschalmeinungen“ und „Pauschalrezepten“ zur Herbeiführung einer angeblich zukunftsfähigen Landwirtschaft dürfte die folgende Vorbemerkung hilfreich und nützlich sein:
Jeder Betrieb hat seine spezifischen Grundvoraussetzungen, die bei der jeweiligen Optimierung/Umstellung berücksichtigt werden müssen. Auch innerhalb eines Betriebes kommt es mehr als einmal vor, dass sich z.B. die Böden deutlich voneinander unterscheiden und ein Pauschalrezept zur Bodenbehandlung dem naturgemäß nicht gerecht werden kann.
Jede Betriebsstruktur ist ein „Individuum“ und bedarf einer eigenen Betrachtung.
Meine Ziele zur Betriebsoptimierung sind vorrangig folgende:
Immunität
Das Immunsystem der biologischen Prozesse im Betrieb muss gestärkt werden.
Naturnähe
Naturnahe Produkte und Prozesse sollen zu Tiergesundheit, Pflanzengesundheit und Bodengesundheit beitragen.
Nachhaltigkeit
Zukunftsfähige Landwirtschaft heißt nachhaltige Landwirtschaft, verantwortungsbewusst für die nachfolgenden Generationen.
Ich arbeite seit 15 Jahren in allen Bereichen der landwirtschaftlichen Produktion mit natürlichen Stoffen und Materialien, u.a. den „Effektiven Mikroorganismen“, die sich nach meiner umfangreichen Erfahrung nach wie vor als ausgesprochen wirksam erweisen. Weitere Naturprodukte wie Leonardit (Dauerhumuskonzentrat), Biolit (Gesteinsmehl) und angepasste Eigenentwicklungen unterstützen zusätzlich die Wirkung der Mikroorganismen hervorragend.
Allerdings gilt auch hier:
Zur Erzielung einer optimalen Wirksamkeit dieser Materialen muss man, hinsichtlich der Mengen und der Ausbringungsformen etwas davon verstehen und Dinge berücksichtigen, die nicht auf den „Standard-Gebrauchsanweisungen“ der Hersteller stehen.
Eine individuelle Beratung erweist sich in diesem Zusammenhang erfahrungsgemäß als sehr zweckmäßig.
Ingrid Bauer
Weiterbildung und Know-How-Transfer
Bei einer Betriebsoptimierung/Umstellung ist eine gute Beratung wesentlich mehr als nur eine schlichte Rezeptweitergabe.
Vielmehr muss zum Schluss der Beratung der eigentliche Entscheider, also der Landwirt, bei neuen Verfahren die wesentlichen Zusammenhänge verstehen, um eine fundierte Entscheidung treffen zu können.
Ich biete „Wissensweiterentwicklung“ und „Betriebsunterstützungen“ an durch:
- Individuelle Beratung
- Kurse in Kleingruppen auf Anfrage auf meinem Betrieb
- Weiterbildungsveranstaltungen, Seminare mit Fachreferenten zu ihren jeweiligen Spezialgebieten
- Bodenstammtische, bei denen die Landwirte untereinander ihr eigenes Know-How und Erfahrungen austauschen können
- Organisation von externen Dienstleistungen wie Bodenproben nach dem Albrecht-System
- Eigene Messtechnik: B. Güllelabor: Roter Koffer (NH3)
Zusätzlich steht mir ein Netzwerk von Fachleuten zu den unterschiedlichsten Themen zur Verfügung, womit ich auch in der Zukunft neue Themen für Anwender auf dem neuesten Stand aufbereiten kann.
Mein Weg in der nachhaltigen Landwirtschaft
Persönlicher Werdegang, Netzwerke in der nachhaltigen Landwirtschaft
Ich bin auf einem elterlichen landwirtschaftlichen Betrieb in Niederbayern aufgewachsen. Schon früh hat mich der Wunsch begleitet, Dinge weiterzudenken und neue Wege zu gehen. Seit über 20 Jahren beschäftige ich mich intensiv mit nachhaltigen landwirtschaftlichen Systemen. Mein
Schwerpunkt heute liegt dabei auf der Vermittlung von Systemdenken: Kreisläufe erkennen, verstehen und gezielt verbessern. Jeder Landwirt hat die Möglichkeit, seinen Betrieb so aufzustellen, dass er langfristig gesund und tragfähig bleibt.
Prägende Denkansätze und geistige Wegbegleiter
Prägend waren für mich unter anderem die Denkansätze in den 90ern wie Vorträge von Sepp Holzer, Gerald Dunst (ein Vordenker der Humusbewegung in Österreich) und Hans-Peter Schmidt (Ithaka Institute).
Die Vorträge von Diplomingenieur Georg Abermann (HWK Kitzbühel) haben mich tief bewegt. Er verstand die Anliegen und Nöte der Landwirte auf eine besondere Weise, hatte stets praxisnahe Lösungsansätze parat und vermittelte diese in seinen zahlreichen Vorträgen in Österreich und Deutschland so nachhaltig, dass er bis heute das Gedankengut vieler Landwirte prägt – so auch meines. Dafür bin ich ihm sehr dankbar.
Biolit ist seitdem ein wichtiger Partner. Aber das Interessante daran war seine Wissensvermittlung: Nicht nur, um ein Produkt zu verkaufen, sondern darum, die Hintergründe zu verstehen.
Der Weg mit den Effektiven Mikroorganismen (EM)
Ein zentraler Baustein meiner Arbeit sind seit vielen Jahren die Effektiven Mikroorganismen (EM). Sie leisten einen wesentlichen Beitrag zur Gesundung biologischer Systeme und haben sich in meiner Praxis immer wieder als äußerst wirksam erwiesen. Gründer dieser Idee ist Dr. Teruo Higa, dessen erstes Buch 1990 erschien. Der Inhalt faszinierte mich von Anfang an. Damals hatte ich alles besucht, was es an Weiterbildung gab.
Besonderer Dank gilt Ulrike Hader von Multikraft, wo es fundierte Weiterbildungsangebote gab, sowie den Stammtischen und Veranstaltungen von Christof Fischer (EM Chiemgau), Norbert Weimann und dem Vater von Ole Weinkath, mit dessen Firma „Der andere Weg“ ich seit vielen Jahren zusammenarbeite.
Eine prägende Persönlichkeit der EM-Geschichte Europas war Knuth Denker Jenson aus Dänemark. Er brachte als Erster die EMs nach Europa. Er schöpfte aus den Erkenntnissen aus Japan, zu denen er regelmäßigen Kontakt pflegte. Ein Besuch in Dänemark beeinflusste meine Arbeit mit den Effektiven Mikroorganismen wesentlich.
Alte Erkenntnisse neu gedacht und bestens bewährt tragen für mich so den EM-Gedanken in der Praxis weiter.
Netzwerkaufbau und die Faszination für den gesunden Boden
Landwirt Josef Kreileder, Landwirt und EM-Händler, lehrte mich als Erster alles, was ich über EM in der Landwirtschaft wissen musste. Gemeinsam begannen wir 2006 damit, Stammtische und Fortbildungen für Landwirte zu organisieren.
Das Thema gesunder Boden hat mich immer mehr fasziniert, und ich sah eine große Notwendigkeit, mich intensiver damit zu beschäftigen. Wir holten damals bekannte Referenten wie Friedrich Wenz, Georg Abermann und Dietmar Näser herbei, tauschten uns mit erfahrenen Landwirten aus der Schweiz und Österreich aus und holten Tierärzte wie Dr. Achim Gerlach und Dr. Reinald Aschenbrenner ins Boot. Zu dieser Zeit gab es noch kein so großes Netzwerk wie heute. Das meiste lief über Mundpropaganda.
Professor em. Dr. Manfred Hoffmann, Agrarwissenschaftler für Lebensmittelqualität und Gesundheit, ehemals Hochschule Weihenstephan-Triesdorf sowie Lehrbeauftragter der TU München, durfte ich bei einem Vortrag in Österreich kennenlernen. Er bot mir an, mich zu besuchen, und führte mich im Wohnzimmer meiner Eltern mit einigen Landwirten der Umgebung in den Umgang mit der Spatenanalyse ein. Das war für mich sehr prägend.
Später kamen die Bodenanalysen hinzu. Dabei lernten wir durch Jörg Bayer (Berlin) das Albrecht-System (Kinsey-Analysen) kennen, welches ein völlig neues Denken eröffnete. Vermittler war Sepp Hägler aus Wernberg-Köblitz. Dieses Thema hat mich – ebenso wie viele Landwirte aus meinem Umfeld – gefesselt. Systeme konnten nachhaltig verändert werden.
Ein besonders wichtiger Partner in meinem fachlichen Werdegang ist der Bodenkundler Christoph Felgentreu. Sein Ansatz, Landwirtschaft systemisch zu denken und aktiv zukunftsfähig zu gestalten, hat meine Arbeit in den letzten 15 Jahren maßgeblich geprägt. Christoph ist Gründungsvater der vielen Zwischenfrüchte (TerraLife) von DSV Saaten und war in Wissenschaft und Praxis immer auf dem neuesten Stand. Er gilt in der Bodenszene als einer der versiertesten Fachberater.
Später war er Vorstandsmitglied bei der IG Gesunder Boden und ist heute noch aktiv mit der ÖWA (Ökologische Wissensakademie) mit Dietmar Spriwald. Hier wird ein unwahrscheinlich vielfältiger und langjähriger Erfahrungsschatz weitergegeben, den es so in dieser Kompetenz und Qualität nicht gibt.
Informiert euch darüber.
Naturprodukte und Pionierarbeit im Güllemilieu
Naturprodukte wie Pflanzenkohle und Leonardit faszinierten mich schon immer. 2012 lernte ich durch Bernd Staller (Redoxmessungen) den Leonardit von Franz Rösl kennen. Nachdem ich so viel über Huminsäuren von Bodenkundlern gelernt hatte, war mir klar, dass dieses Produkt einen wertvollen Beitrag für die Gülle und den Boden leisten könnte.
Diese Idee setzte ich in die Tat um und ließ als Erster Leonardit in unsere Güllegrube versenken. Seitdem findet der Leonardit aus Regensburg seinen Platz in Gülle und Einstreu sowie auch in Futterqualität.
Die Idee von Franz Rösl, einen Bodenverein zu gründen, faszinierte mich, und ich wurde aktives Gründungsmitglied der Interessengemeinschaft Gesunder Boden. Hier leistete ich sechs Jahre lang im Fachbeirat meinen aktiven Beitrag.
Über Sepp Braun, den Regenwurmspezialisten der Bodenszene, lernte ich Peter Vanhoof kennen. Er hatte ein einzigartiges Verfahren entwickelt, um Systeme in der Landwirtschaft direkt vor Ort begreifbar zu machen. Er berät Landwirte von Polen über Deutschland bis in die Niederlande und nach Belgien.
2018 kamen Sepp Hangelberger, Thomas Eicher und Josef Grunder auf mich zu und überzeugten mich, den Güllerebellen Jens Keim zu unterstützen. Er hatte die Idee, NH₃ zu messen, und arbeitete mit der Firma Extox (Gasmesssysteme) an einem Verfahren, Gülle auf Ammoniak-Emissionen zu untersuchen.
Bestärkt wurde ich durch meinen Stammtisch mit Landwirten, die die Idee gut fanden. Gemeinsam organisierten wir den „roten Koffer“, um Messungen durchzuführen. Schnell wurde mir jedoch klar, dass man NH₃ nicht einfach so messen kann. Die Umfeldfaktoren spielten dabei eine zu große Rolle.
Zusammen mit Experten entwickelte ich innerhalb von zwei Jahren intensiver Auseinandersetzung eine Methode, mit der das sogenannte Ammoniakemissionspotential (AEP) verifizierbar und reproduzierbar gemessen werden kann.
Anna Bissinger, eine Studentin der Universität Kassel, schrieb damals ihre Masterarbeit dazu und unterstützte mich aktiv bei der Entwicklung des Systems. Zur Bestätigung der Richtigkeit unseres Verfahrens ließen wir eine DLG-Überprüfung des Messverfahrens durchführen und erhielten die entsprechende Bestätigung. Zusätzlich wurde eine Methodenbeschreibung erarbeitet.
Internationale Kooperation und wissenschaftlicher Durchbruch
So begann eine intensive Auseinandersetzung mit dem Milieu der Gülle, das mich bis heute auf besondere Weise fasziniert.
Durch die Erkenntnisse von Peter Vanhoof sowie einfache Methoden zur NH₃-Messung erkannten wir schnell, dass wir unsere Systeme miteinander verknüpfen müssen, um belastbare Aussagen zum Güllemilieu treffen zu können. Er übernahm mein System, ich seine Milieuanalysen mit dem Multianalyser.
Seit diesem Zeitpunkt tauschen wir uns regelmäßig aus und arbeiten intensiv international an diesem Thema. Seine Kontakte und Untersuchungen in den Niederlanden und Belgien sowie meine Untersuchungen in Deutschland, Österreich und der Schweiz machen uns heute einzigartig in der Menge an Erkenntnissen aus unserer praktischen Arbeit.
Ein Berufskollege von der Nordsee vermittelte mir den Kontakt zu Dr. Birgit Schwagerick, damals MQD-Labor, heute Miprolab in Göttingen. Sie arbeitete mit mikrobiologischen Untersuchungen mittels MALDI und verfügt über 34 Jahre Erfahrung mit dem Mikrobiom der Gülle sowie der Beratung von Landwirten im Systemdenken. Viele Jahre war sie im Tiergesundheitsdienst sowie in der Infektions- und Seuchenberatung mit Schwerpunkt Rind tätig.
Diese mikrobiologischen Laboranalysen lieferten mir die Erklärung für meine Milieumessungen. Ich fand eine wissenschaftliche Bestätigung meiner Arbeit. Mit ihren Analysen lässt sich das von mir beschriebene Güllemilieu bis ins Detail nachvollziehen und bestätigen.
Verschiedene Monitorings mit Landwirten ergänzten unsere Grundlagenforschung. Ein entscheidender Durchbruch ist uns gelungen: Mit dem Verfahren kann ich das Milieu der Gülle beschreiben und Rückschlüsse auf Tiergesundheit, Betriebskreislauf und Futterqualität ziehen.
Ich kann erklären, ob bei einem Landwirt eine gesunde Gülle oder ein Fäulnisgüllemilieu vorherrscht. Dadurch kann ich Landwirte gezielt beraten und ihnen wertvolle Hilfestellung geben.
Besonders verbindet Dr. Schwagerick und mich die Arbeit mit den Effektiven Mikroorganismen. Diese haben in ihrer langjährigen tierärztlichen Beratung wertvolle Dienste geleistet. In den letzten Jahren haben wir gemeinsam verschiedene Kurse gestaltet, um dieses Wissen weiterzugeben.
Abschließend möchte ich allen Landwirten danken, die mich über viele Jahre begleitet und inspiriert haben. Ohne Menschen, die für Landwirtschaft brennen und neue Wege mitgehen, wäre meine Arbeit nicht möglich gewesen.
